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DIE FILMPROGRAMME - Eine kleine Dokumentation (5. und letzter Teil der BFK Programme)

 
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 DIE FILMPROGRAMME - Eine kleine Dokumentation (5. und letzter Teil der BFK Programme)

Beitrag von GrafKarnstein
Reformationszeit, keine Macht der Religion!
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DIE FILMPROGRAMME
Eine kleine Dokumentation in Bild und Text


In diesem ganz speziellen Thema wird es nur um Filmprogramme gehen, die im deutschsprachigen Raum erschienen sind. Seit dem Jahre 1919 gab/gibt es Filmprogramme. Ab diesem Zeitpunkt bis zum Jahr 1977 existierten viele unterschiedlichste Filmprogramm Reihen und ich kann nicht detailliert auf alle eingehen. Denn das würde hier definitiv den Rahmen total sprengen. Ich werde mich somit auf nur wenige Filmprogramm Reihen konzentrieren, aber die dürften ziemlich ausreichend sein. Ich will auch zusätzlich kundtun, das ich Filmprogramme sehr gerne habe, aber nie ein Komplettsammler irgendeiner Programmreihe war, bin und es auch nicht werde. Das lag/liegt daran, weil ich definitiv nicht zu jedem Film ein Filmprogramm haben musste, mir eh nicht alles gefiel/gefällt und ich mich in der Hauptsache nur auf bestimmte Filmbereiche und den dazu erschienenen Filmprogrammen spezialisiert habe. Ansonsten wäre mir selbst die Masse an Programmen wirklich zu viel, denn es existieren tausende davon, tausende. Andere Sammler sammeln generell nach Nummern und wollen alles komplett haben. Darunter auch welche, denen z.B. ein oder zwei Filmprogrammreihen ausreichen. Es gibt auch sogenannte Quersammler, die z.B. jedes Filmprogramm ihrer Lieblingsstars haben wollen. Und wieder andere haben z.B. eine Programmreihe komplett, nehmen aber aus einer anderen Programmreihe welche dazu, weil diese nur in eben jener Programmreihe erschienen sind und nirgendwo anders. Alles nur mal so als Sammlerbeispiele genannt. Also kurzum, in der Filmprogramm Sammlerszene treffen die unterschiedlichsten Interessen aufeinander.


Jede Filmprogrammreihe hat natürlich einen Titel-Namen. Da gibt es z.B.

Illustrierter Film-Kurier und Illustrierter Film-Kurier und nochmals Illustrierter Film-Kurier

Das Programm von heute und Das Prgramm von heute

Das Neue Filmprogramm und Neues Film-Programm

Ihr findet das irgendwie leicht irritierend, verwirrend? Und ja, das mag für Leute, die sich wenig bis gar nicht auskennen in der Tat verwirrend sein, aber auch teils für die Kenner und Sammler. Und deswegen hat man sich was einfallen lassen. Um nun all diese Programmreihen auseinander zuhalten und besser zuordnen zu können, wurden sogenannte Kürzel eingeführt und bis heute verwendet. Das machte durchaus Sinn und im folgenden ist das nun so:

Illustrierter Film-Kurier = BFK
B = Berlin, F = Film und K = Kurier

Illustrierter Film-Kurier = WFK
W = Wien, F = Film und K = Kurier

Das Programm von heute = PVH
P = Programm, V = von und H = Heute

Diese drei Filmprogrammreihen werden auch allgemein als Vorkriegs Programme bezeichnet. So existierte der BFK von 1919 - 1944, das PVH 1930 - 1944 und der WFK von 1930 - 1938. Also Filmprogramme, die fast alle vor dem 2. Weltkrieg erschienen sind. Nur der BFK und das PVH erschienen auch noch während der Kriegszeit weiter.

Und nun weiteres:

Illustrierter Film-Kurier = WKN
W = Wien, K = Kurier und N = Nachkrieg

Das Programm von heute = WPVH
W = Wien, P = Programm, V = von und H = Heute

Wie ihr an diesen Beispielen am besten sehen könnt, nennen sich drei Reihen Illustrierter Film-Kurier und zwei -Das Programm von heute-, aber durch diese Kürzel kann man sie besser einordnen. Und durch die beispielsweise Anfangsbuchstaben B und W weiß man auch, ob es sich um einen Filmprogramm aus Deutschland oder Österreich handelt. Somit wissen auch diverse Händler und Käufer, welches Programm jeweils gemeint ist. Ansonsten käme es häufig zu Missverständnissen ect. Besonders u.a. auch dann, wenn jemand ein bestimmtes Programm sucht, der Titel des Films jedoch zwei oder sogar dreimal in unterschiedlichen Programmreihen zu unterschiedlichen Zeiten vorhanden ist. Da hilft dann auch häufig das jeweilige Herstellungsjahr vom Film. Wie ihr erst mal anhand dieser Beispiele merkt, können Filmprogramme u.a. auch eine kleine Wissenschaft für sich sein. Ich werde im laufe dieses Themas noch auf bestimmte wichtige Merkmale/Dinge eingehen.



Zwischen 1919 und 1977 gab es ca. 26 Filmprogrammreihen. 9 Filmprogramme aus neun verschiedenen Programmreihen habe ich einfach mal heraus gesucht und hier abgebildet (siehe obige Programmbilder), damit ihr mal einen kleinen Eindruck bekommt. Innerhalb eines jahrzehntelangen Zeitraums von ca. 60 Jahren existierten einige Programmreihen jahrelang, andere jedoch nur kurz und wurden wieder vom Markt genommen. In der Hauptsache dieses Themas werde ich mich den Nachkriegs-Filmprogrammen widmen. Gerade die decken einen ziemlich großen Teil vieler Filme von ca. 1946 - 1969 ab. Das dürften auch in etwa die Zeiten sein, mit denen die meisten von euch noch halbwegs was anfangen können. Da entstanden viele Klassiker aus verschiedenen Genres und Filme mit vielen Stars ect., aber auch viel unbekannte Filme, die ich liebend gerne auch mal sehen würde. Ferner wird es so einige Bilder schöner Titelbilder der Filmprogramme geben. Da sind echt schöne und tolle Programme dabei. Wir hatten damals die meisten Filmprogramme selbst eingescannt, denn wir mussten leider feststellen, das diverse Filmprogramm-Abbildungen im Internet alles andere als gut waren. Sie taugten einfach nichts, waren teils viel zu klein, teils schlecht eingescannt ect. Mein Anspruch war ein anderer. Also machten wir es mit dem nötigen Zeitaufwand selber. Teils stammten die Vorkriegsprogramme von dem Ältesten aus unserem Filmbekanntenkreis (leider vor 3 Jahren verstorben), die Nachkriegsprogramme teils von meinem inzwischen letztes Jahr verstorbenen Filmfreund und die meisten davon aus meinem Bestand. Alles was ihr hier also an Filmprogrammbildern zu sehen bekommt, stammt von uns/mir!

Wer sich äußern will, kann gerne seine Meinung kundtun. Auch mögliche Fragen werde ich versuchen zu beantworten. Obwohl ich mit Filmprogrammen im Grunde seit dem Jahre 1980 zu tun habe, sehe ich mich irgendwie keineswegs als Fachmann oder Experte an. Ich weiß auf diesem Gebiet so einiges, aber bestimmt immer noch nicht alles. Somit erhebe ich und auch das Thema an sich, keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Zu Umfangreich ist das alles. Und noch etwas: Bitte keine Bilder von mir mit zitieren, denn diese wären dann im Grunde doppelt vorhanden und würden sich somit nur wiederholen. Doppelt muss echt nicht sein,... Danke!

In diesem Sinne,... viel Vergnügen bei diesem alten filmnostalgischen Spezialthema
:smile: . :chinaman:

am 09.05.2018 um 21:36:40 Uhr
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Antwort von GrafKarnstein
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Um euch aber den Beginn der Filmprogramme ein wenig näher zubringen und vorzustellen, ist es nötig sich in ihre filmgeschichtliche Vergangenheit zu begeben, zu ihrem Anfang. Und der Begann aus heutiger Sicht vor knapp 100 Jahren.

Wie alles begann

Nach der Geburtsstunde des Films im Jahre 1895 entstanden zuerst diverse Kurzdokumentationen und im Anschluß die ersten kurzen Filme mit diversen Darstellern. Damals warb man auch schon mit diversen Plakaten für diese vielen kurzen Spielfilme. Und weil das Medium Film so erfolgreich war und in seiner Entwicklung immer mehr voranschritt, erschien Anfang Januar 1907 in Deutschland (Düsseldorf) die erste Wochenzeitschrift DER KINEMATOGRAPH mit seiner ersten Nummer (die Reihe wurde 1934 eingestellt, Anmerk.) Im März 1908 erschien des weiteren in Berlin die erste Nr. der Fachzeitschrift LICHT-BILD-BÜHNE (wurde Jahrzehnte später ab 1940 mit dem FILMKURIER zusammen vereinigt, Anmerk.) Allmählich wurden auch die Spielfilme ab dem Jahre 1906 länger, bis sie dann von 1907 - 1914 ihre abendfüllende Spielfilmlänge erreicht hatten, wie man es in etwa bis heute kennt. Und wer weiß, ob es nicht deswegen schon vorher Filmprogramme zu den Filmen gegeben hätte, wäre der 1. Weltkrieg (1914-1918) nicht ausgebrochen. Der Film und seine Weiterentwicklung blieb während des Krieges keinesfalls stehen, nur beschränkte man sich in diesen Kriegsjahren häufig auf Wochenschauen und Propaganda auf allen Seiten.

Als nach dem Krieg Filme weiter gemacht wurden und in die Kinos kamen, war das auch die Geburtsstunde der Filmprogramme. In Deutschland (Berlin) erschien im Jahre 1919 das allererste Filmprogramm der Serie -Illustrierter Film-Kurier- mit der Nr.1 Das Programm hatte gleich zwei Filme zum Thema, deren Titel KÖNIG NICOLO ODER SO IST DAS LEBEN & DIE WEISSEN ROSEN VON RAVENSBERG waren. Leider kenne ich diese Nr. 1 gar nicht und habe es auch noch nie gesehen. Von heute an rückwärts gerechnet, ist das nun knapp 100 Jahre her. Die ersten Filmprogramme zu den damaligen Stummfilmen sind alt, uralt und sind ziemlich selten. Mittlerweile so extrem selten, das man sie wahrscheinlich nur noch bei der Murnau-Stiftung oder im Filmarchiv vorfindet. Programme zu Stummfilm Klassikern wie MADAME DUBARRY (Nr.2 1919), DAS CABINET DER DR. CALIGARI (Nr.6 1920) oder DER GOLEM, WIE ER IN DIE WELT KAM (Nr.32 1920), um mal drei Beispiele zu nennen, sind einfach nicht oder nur extrem schwer zu bekommen. Und wenn diese mal angeboten werden sollten, dann ziemlich teuer. Da gehen die Beträge locker in drei bis fast vierstellige Summen. Mit dem Illustrierten Film-Kurier, sollte eine Programmreihe existieren, die bis in das Jahr 1944 hinein reichte. Zu fast allen Filmen, die damals in den deutschen Kinos liefen konnte man so ein Filmprogramm an der Kinokasse kaufen. Zu Beginn waren die Auflagen nicht besonders groß und die Preise lagen anfangs so ca. zw. 0,50 Pf und 0,60 Pf und manchmal auch bei 1,30 Mk pro Filmprogramm. Aus heutiger Sicht mag das billig erscheinen, aber damals und besonders in den Nachkriegsjahren war das Luxus, auch was den Gang ins Kino betraf. Und wegen all dem war das auch sehr wahrscheinlich der Grund warum das Filmprogramm zu Beginn seine Anfangsschwierigkeiten hatte, zum festen Bestandteil des Mediums Film bzw. eines Kinobesuchs zu werden. Das Filmprogramm erschien beim Verlag Film-Kurier, der auch die Tageszeitung Film-Kurier heraus brachte. Wer die Tageszeitung damals abonnierte zahlte 6 Mk im Monat und bekam zusätzlich die Filmprogramme, die nach meinem Kenntnisstand wöchentlich erschienen. Im Jahr 1919 erschienen zuerst nur drei Programme mit den Nummern 1-3. Im gleichen Jahr kamen dann 12 weitere Programme heraus, wobei man wieder mit der Nr.1 begann und sich somit die Nr. 1-3 wiederholten. Das ist natürlich etwas verwirrend für jemanden, der sich mit Filmprogrammen nicht so auskennt, zumal es sich dabei auch noch um andere Filme handelte. Rechnet man nun für das Jahr 1919 alle Filmprogramme zusammen, so gab es 15 Stück. Im Jahre 1920 erschienen weitere Illustrierte Film-Kuriere und auch hier wieder beginnend mit der Nr.1 mit dem Titel NACHTGESTALTEN. Diese Filmprogrammreihe hat(te) als Kennzeichnung meistens immer die Programmnummer und die Jahreszahl auf der Frontseite. Somit wusste/weiß man immer, in welchem Jahrgang, welches Programm erschien. Von 1920 - 1922 erschienen insgesamt 83 Filmprogramme, mit fortlaufender Nummerierung. Ab Nr.45 Jahrgang 1921 und ab Nr.77 Jahrgang 1922. Bis hier waren es nun zusammen vier Jahrgänge. Mit dem Golem-Programm kann ich nicht dienen, aber im folgenden seht ihr trotzdem ein paar seltene Exemplare dieser ganz alten Filmprogramme aus ihren Anfangszeiten:


/
Sehr seltene Filmprogramme zu Dr. Caligari (Nr.6) und Cabiria (Nr.28) aus dem Jahre 1920

Einen 5. Jahrgang gab es nicht, denn im Jahre 1923 erschien kein einziges Filmprogramm. Über die Gründe könnte man mutmaßen, diese aber auch historisch erklärbar sein. 1923 war das Jahr in dem Deutschland besonders von Krisen heimgesucht wurde. Die von den Siegermächten auferlegten Reparationszahlungen konnte Deutschland nicht bezahlen, denn diese Geldforderungen hätten jede Staatskasse total leer geplündert. Franzosen und Belgier marschierten deswegen ins Ruhrgebiet ein und besetzten es. Dann bekämpften sich die Organisationen der KPD, der NSDAP und die Deutschvölkische Freiheitspartei. Offenbar so lautstark und heftig untereinander, so das alle Drei von der Weimarer Regierung im ganzen Reich ab November verboten wurden. Ferner kam es im gleichen Jahr zur hohen Inflation. Ein Brot kostete im Januar noch 250 Mark und gegen Ende des Jahres 1923, also im Dezember 399 Milliarden. Das alles war äußerst extrem krass und vermutlich kann sich das heutzutage keiner so richtig vorstellen, wie da die Lebensverhältnisse für die meisten Deutschen waren. Viele mussten hungern. Filme wurden in dem Jahr kaum oder nur vereinzelt gedreht. Und Filmprogramme erschienen nicht. Wer hätte die gekauft? bzw. was hätten die kosten sollen, bei dieser ganzen Inflation? Um diese Krisen zu lindern, erließ die Weimarer Regierung zwischen Oktober und Dezember neue Gesetze, damit es Deutschland wirtschaftlich wieder besser gehe. Aufgrund des aus meiner Sicht zwielichtigen DAWESPLAN (u.a. hohe Kredite aus dem Ausland, Anmerk.) wurde die deutsche Wirtschaft zumindest erst mal künstlich vorangetrieben. Aber darauf will ich hier nun nicht näher eingehen, da es zu themenfremd werden würde.

Sehr seltenes Filmprogramm von 1922 zu Dr. Mabuse

Zu Beginn des Jahres 1924 stabilisierte sich langsam die Währung. Filme wurden wieder vermehrt im Kino gezeigt und es erschien auch wieder das Filmprogramm Illustrierter Film-Kurier. Die Nummerierung begann auch hier wieder von vorne, also wieder mit der Nr.1 Titel: HOFFMANNS ERZÄHLUNGEN. Von nun an sollten die Nummern immer fortlaufend sein. Erstaunlich auch die Tatsache, das allein im 6. Jahrgang im Jahre 1924 immerhin 128 Filmprogramme heraus gebracht wurden. Das Programm erschien nicht mehr einmal wöchentlich, sondern mindestens zweimal in der Woche. Im Jahrgang 1924 darunter auch das in zwei Teilen inszenierte Meisterwerk von Fritz Lang, DIE NIBELUNGEN. Und hier die beiden Filmprogramme:


/

20 weitere Jahre hielt sich diese Filmprogrammreihe, bis es im Jahr 1944 mit der letzten Nr.3380 endete. Dennoch erschienen danach noch 15 weitere Programme, die keine Nummern mehr und stattdessen Buchstaben hatten. Das ging dann von A - O. Der Illustrierte Film Kurier hatte fast immer eine Größe die ein wenig über das Format Din A4 hinausging und hatte 8 Seiten. Zu Beginn des Jahres 1941 erschien das Programm im Großen und im Kleinformat (ca. Din A5, Anmerk.) Ein Teil der Gesamtauflage der Filmprogramme zu dem jeweiligen Film war im Groß- und Kleinformat. Und ab ca. Mitte des Jahres 1941 ab der Nr.3220 hatte es nur noch das Kleinformat. Wegen den Kriegszeiten herrschte eine Papierknappheit und man sparte offensichtlich am Papier. Die kleinformatigen Programme hatten u.a. deswegen auch nur noch 4 Seiten. Das überhaupt noch Programme in den letzten Kriegsjahren erschienen, könnte man fast schon als kleines Wunder bezeichnen, denn selbstverständlich war das unter diesen Umständen ganz gewiss nicht mehr. 1944 endete damit eine lange Ära des BFK = Illustrierter Film Kurier, der 25 Jahre lang als Filmprogramm viele Filmzuschauer in den Kinos begleitete.

Das war zumindest eine kleine Geschichte eines Filmprogramms, das in Berlin erschien und zu den ersten gehörte, die eine bis heute (zumindest in Österreich, Anmerk) lange Tradition der Filmprogramme einläutete. Soweit erst mal zu dieser Einführung, die ich als notwendig erachtete, um zumindest einen Werdegang einer Filmprogrammreihe aufzuzeigen. Im weiteren Verlauf wird es somit weniger Text, aber trotzdem Informatives geben. Natürlich mit weiteren Bildern. Fortsetzung folgt...!

GrafKarnstein

am 09.05.2018 um 21:37:49 Uhr[Zitieren]  [Melden]
Antwort von warson63
Es ist gut
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Wohlan Werter Graf,

fürwahr ein Thema, dessen Spektrum für jeden Filmnostalgiker von höchstem Interesse ist !

Gerade, da dieses ein weites Feld darstellt, das historisch betrachtet Geschichten erzählt, die über bloßen Konsum der behandelten Filme weit hinausreicht.

Natürlich ist nicht von der Hand zu weisen, dass einige Themengebiete weit mehr Interesse hervorrufen als solche, die lediglich einen Teil betreffen, deren Nachfrage wie Bedeutung nicht unbegründet eher zu vernachlässigen sein wird, wie die Vergangenheit zeigte.

In der Aufzählung wird mir etwa das monatliche Sammelprogramm "Progress Filmprogramm" noch nicht gewahr. Wird dies noch Gegenstand der Ausführungen werden ?

Gebannt erwarten wir - neben der informativen Darlegung all dessen, was von Belang sein wird, die visuelle Darstellung von Exemplaren, die die Zeiten überdauern. :chinaman:

am 10.05.2018 um 17:18:27 Uhr[Zitieren]  [Melden]
Antwort von Filmofant

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Filmprogramme sind ein sehr schönes Thema und leider fast vergessen. Ich freue mich auch mehr davon zu hören. Meine persönliche Sammelleidenschaft liegt zwar eher bei Filmplakaten der 50er/60er Jahre, aber man schaut auch gerne mal über den Tellerand hinaus.

Vielleicht lassen sich ja auch ein paar jüngere Filmfans von der Sammelleidenschaft anstecken.

Weiter so.

am 10.05.2018 um 19:47:25 Uhr[Zitieren]  [Melden]
Antwort von scared-stiff
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Guten Tag GrafKarnstein,

ein wunderbares Thema hast Du da ausgesucht.

Obwohl ich nie Filmprogramme gesammelt habe, so haben sie mich doch schon immer fasziniert.

Ist ja auch ein sehr breites Feld und, wie ich eben gelernt habe, blicken wir auf fast 100 Jahre Geschichte zurück.

Wenn ich solche Schmuckstücke wie "Cabiria", die "Nibelungen" und all die anderen Programme sehe stehe ich staunend und begeistert da!

Deshalb freue ich mich sehr über diesen hochinteressanten und informativen Thread über die Geschichte der Filmprogramme. :hammersmile:


Danke, daß Du uns an Deiner Sammelleidenschaft teilhaben lässt und uns diese Perlen längst vergangener Zeiten zugänglich machst.
Dabei möchte ich mich besonders für die
Exklusivität der Bilder bedanken. Ich weiß es sehr zu schätzen, daß es sich hier nicht um Abbildungen aus dem
Internet handelt.
Daß es eigene Scans der Sammlung aus Deinem
Filmkreis sind wertet den Thread ungemein auf und verleiht ihm eine exklusive Note.

Du hast mir damit eine große Freude gemacht.

Filmnostalgische Grüße
scared-stiff
:chinaman:

am 12.05.2018 um 10:32:58 Uhr[Zitieren]  [Melden]
Antwort von GrafKarnstein
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Danke für eure nett geschriebenen Meinungen :smile:

@warson,
Die Progress Sammelprogramme werden hier nicht präsent sein, da es sich bei dieser Reihe um keine Filmprogramme in dem Sinne handelte. Vielmehr sind es ca. Din A5 große Heftchen mit 32 Seiten, die wie kleine Kinozeitschriften daher kamen. Wie Filmprogramme sehen bzw. sahen die für mich nie aus. Deren Erscheinungszeitraum war von 1978 - 1990. Die werden komischerweise als Filmprogramme ständig angegeben, aber es sind keine.

DDR Filmprogramme werden hier definitiv mit dabei sein, denn da gab/gibt es eine Menge :topsmilie: , aber dazu später :smile:


@Filmofant,
Filmprogramme sind genauso interessant wie alte Filmplakate. Deswegen, finde ich Deine Einstellung gut :smile:


@scared-stiff,
Schön, das Du nun auch dabei bist und Du wirst noch so einige wunderbare schöne Programme zu sehen bekommen :smile:
Ich werde möglicherweise auch bestimmte Themenbereiche innerhalb der Filmprogramme mit einbringen.

Schauen wir mal und Du wirst bestimmt Deine weitere Freude daran haben :smile:


Es geht vielleicht morgen oder übermorgen hier weiter :smile: . :chinaman:
Nostalgische Filmgrüße aus vergangenen Filmtagen

am 12.05.2018 um 20:49:20 Uhr[Zitieren]  [Melden]
Antwort von GrafKarnstein
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Etwas später als geplant, geht es nun weiter. Dabei möchte ich noch ein wenig bei den Vorkriegs-Filmprogrammen bleiben, denn es sind einfach zu gute und schöne Sachen dabei. Auch aus Österreich, zu denen ich später kommen werde. Bleiben wir noch bei den inzwischen legendären BFK Programmen. Im folgenden nun weitere Programme zu eher unbekannten Filmen, die ich erst mal bewusst ausgewählt habe:

/

Beim linken Programm zu DER PRINZ UND DIE TÄNZERIN (Jahrgang 1926) denkt man natürlich zuerst an den späteren Film mit Marilyn Monroe & Laurence Olivier. Das es davon schon mal eine Verfilmung gab, ist kaum bekannt und wird auch meines erachtens meistens unterschlagen. Aber das alte Filmprogramm zum Stummfilm zeugt davon. Dort spielten Lucy Doraine und Willy Fritsch die Hauptcharaktere.

Beim Filmprogramm zu SIEGFRIEDS TOD (Jahrgang 1933) handelte es sich um eine Wiederaufführung des 1. Teils zu Fritz Langs damaligen Stummfilmen, Die Nibelungen. Nur das es diesmal eine Tonfassung war. Die würde ich gerne mal sehen und hören wollen, aber diese ist bis heute nicht aufgetaucht bzw. scheint verschollen zu sein. Überhaupt wird nichts in einschlägigen Publikationen über diese vertonte Fassung erwähnt, geschweige das dort der Titel zumindest als Wiederaufführungstitel mit angegeben wurde. Aber um euch mal ein Innenleben eines solchen alten Filmprogramms zu zeigen, seht ihr im folgenden nun zwei Seiten aus dem Programm zu Siegfrieds Tod:


Schön gemacht und gestaltet, sieht stark aus. Überhaupt umgibt diese alten Filmprogramme, wenn man sie betrachtet, eine sehr starke atmosphärische Aura von reinster Filmnostalgie. Das gilt übrigens für alle Programme bis ca. 1969. Bei den vielen schönen Programm-Frontmotiven merkt man das auch, das es was altes aus alten Kinozeiten sein muss. Hartboxen sind der reinste Witz dagegen und gehen ganz schnell nach Hause und können sich verstecken :biggrin:

Im folgenden noch zwei weitere Filmprogramme aus der BFK Reihe. Ich erwähnte ja bereits, das der BFK in Kriegszeiten wegen Papiermangel ab dem Jahre 1941 erst große (knapp über Din A4) und kleine (ca. Din A5) Programme heraus gab und später nur noch kleine. Im folgenden nun ein Beispiel von zwei unterschiedlich großen Programmen zu ein und demselben Film. Um den Größenunterschied zumindest hier halbwegs bildlich darzustellen, zeige ich das auch in etwa so. Und wie ihr seht, schauen sie auch noch zusätzlich verschieden aus.

/
Zwei alte Filmprogramme, Jahrgang 1941

Auch diesen Film würde ich echt gerne mal sehen wollen, aber der lief seit damals überhaupt nicht mehr. Der steht noch nicht mal im Filmlexikon drin. Dabei handelt es sich hier um eine Großproduktion aus Ägypten mit deutscher Beteiligung. Also ein ägyptisch/deutscher alter Historienfilm aus dem Jahre 1940/41, wenn man es so betrachtet. Der deutsche Regisseur Fritz Kramp führte Regie. Für die Kamera und die Bauten waren ebenfalls zwei Deutsche verantwortlich. Den Rest machten alles die Ägypter und Darsteller, Komparse ect., auch alles Ägypter. Im Grunde fast schon eher ein reiner ägyptischer Film. Die Handlung spielt im 12. Jahrhundert. Die beiden Filmprogramme sehen auch innen völlig unterschiedlich aus. Ich habe soeben auch nochmal beide mit einander verglichen. Solche Filmprogramme, die ich zu Filmen aus bestimmten anderen Ländern habe, bezeichne ich immer liebevoll als DIE EXOTEN. Und von den Exoten habe ich jede Menge, besonders aus der Nachkriegszeit 1946 - 1969. Aber auch davon später mehr interessantes.
Fortsetzung folgt.....!
:chinaman: .....

am 15.05.2018 um 16:05:02 Uhr[Zitieren]  [Melden]
Antwort von scared-stiff
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Grüß Dich Graf,

genau an den Monroe / Olivier Film habe ich gedacht als ich eben
"Der Prinz und die Tänzerin" las.
Schon wieder was gelernt! :topsmilie:

"Verräter am Nil" würde mir sicher auch gefallen.
Da hat das dazugehörige Programm den Wunsch nach einer
Sichtung schon geschürt. Wenn auch mit ein paar Jährchen
Verspätung! :biggrin:

am 15.05.2018 um 18:29:48 Uhr[Zitieren]  [Melden]
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Es folgen weitere alte ausgewählte BFK Filmprogramme:

/

Zum links abgebildeten Programm: KREUZZUG DES WEIBES (Jahrgang 1926), ein sehr interessanter und starker Titel, wie ich finde und die Frau schaut nicht gerade glücklich aus. Einen Grund dazu hat sie nun wahrlich nicht, denn hier haben wir es mit einem Stummfilm zu tun, der mit seinem Thema aus heutiger Sicht seiner Zeit sehr weit voraus war. Hier geht es um die Vergewaltigung und den Kampf einer Frau gegen den §218, denn aus verständlichen Gründen will sie das ungewollte Kind abtreiben. Martin Berger war damals einer der wenigen
deutschen Regisseure, der sehr sozialkritische Filme zu damaligen Zeitproblemen drehte, so auch diesen hier. Der Regisseur verschwand zu Beginn der 1930er Jahre (vermutlich verstorben) und geriet in Vergessenheit, ebenso Kreuzzug des Weibes. Der steht auch nicht im Filmlexikon und wäre mal was für Arte, die ja schon so manch alten Stummfilm ausgruben und gezeigt hatten. Würde ich zu gerne mal sehen wollen.

Das gilt auch für RAMPER DER TIERMENSCH (Jahrgang 1927). Ebenso ein Film der leider vergessen wurde. Zwei Flieger, Ramper und Ipling wollen den Nordpol überfliegen, stranden aber im nördlichsten Grönland. Sie leben von ihren Vorräten und für die Weltöffentlichkeit sind sie verschwunden. Hoffnung auf Rettung gibt es nicht. Später ist Ipling tot. Jahre später fängt ein Walfischer ein seltsames Tier ein, das offenbar zusammen mit den Eisbären gefressen, gebrüllt und gelebt hatte. Es handelt sich um Ramper usw. Paul Wegener war selbst Regisseur und Schauspieler und hatte damals sehr viel für den deutschen Film getan und gilt bis heute als Filmpionier und u.a. verdanken wir ihm DER GOLEM, WIE ER IN DIE WELT KAM usw. Hier stellt P. Wegener Ramper, den Tiermenschen dar und Regie führte Max Reichmann. Die Idee bzw. die Thematik finde ich klasse. Mag aus heutiger Sicht nicht neu sein, denn im Grunde hat man hier eine frühe Mischung aus berühmter Wolfsjungen- und Tiermensch Thematik. Einer der letzten Filme, die so was thematisiert hatten war/müßte INSTINKT mit u.a. Anthony Hopkins gewesen sein. Ramper möchte ich zu gerne mal sehen, denn der erscheint mir genauso wichtig.

Wenn man sich mit Filmen aus diesen längst vergangenen Zeiten beschäftigt kommt man an gewissen Stars einfach nicht vorbei. Besonders möchte ich eine Frau erwähnen, die man auch -Die Göttliche- nannte. Gemeint ist GRETA GARBO und eine Hübsche war sie wirklich, hatte Stil und klasse. Und hier mal zwei weitere alte Filmprogramme mit ihr als Titelbild:

/

Der eine Film ein Melodram und der andere ein Historienfilm, der zur Zeit des 30jährigen Krieges spielt. Programme sehen klasse aus. Die Garbo war damals ein absoluter Topstar unter den Schauspielerinnen.

Im folgenden noch zwei Filmprogramme:

/


DIE FRAU IM MOND (Jahrgang 1929) ist ein Science Fiction Film von Fritz Lang. Auf dem Mond wird Goldvorkommen vermutet und man fliegt mit einer Rakete dorthin. Man wird tatsächlich fündig, aber es gibt Streit unter den Leuten und am Ende gibt es einen Toten und es können nicht alle zurück zur Erde. Es müssen welche auf dem Mond bleiben, nur wer....? Schade, das der kurz vor Beendigung der Stummfilmzeit entstand und somit kein Tonfilm ist. Aber egal, denn der steht bei mir auch auf der Liste.

Zu CLEOPATRA (Jahrgang 1934) an sich und mit Claudette Colbert muß ich nicht viel verlauten lassen, denke ich. Cleopatra gibt es für mich zwar nur eine, aber das alte Programm schaut toll und schön aus und macht was her. Den alten Film muss man auch anerkennen und Regisseur Cecil B. de Mille hatte damals so einige frühe aufwendige Monumentale Historienfilme gedreht, wie z.B. König der Könige (1927) oder DIE KREUZRITTER (1935).

So, das waren bzw. sollten noch so ein paar weitere BFK Filmprogramme aus Deutschland sein. Weiter geht es dann demnächst mit diversen Filmprogrammen aus Österreich. Die Nostalgie wird fortgesetzt....!
Alte Filmprogramm Grüße
:chinaman: ...

am 18.05.2018 um 18:31:56 Uhr[Zitieren]  [Melden]
Antwort von Video2000

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Sehr schöner Artikel, der mich als Stummfilm Fan sehr erfreut hat.

am 22.05.2018 um 21:48:38 Uhr[Zitieren]  [Melden]
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Servus,
Freut mich, das ich Dir zumindest damit eine kleine Freude gemacht habe, Video2000.

Mal wieder um etliche Tage verspätet, geht es weiter.
Es gibt einfach zuviele schöne alte BFK Filmprogramme und deswegen zumindest noch vier weitere aus dieser fast schon uralten Programm Serie:

/

LUISE - KÖNIGIN VON PREUSSEN (Deutschland 1931) handelt von der Begegnung jener Preussenkönigin mit Napoleon 1806/07, als dieser mit seiner Armee auch in Deutschland einmarschierte. Die damals sehr populäre Schauspielerin HENNY PORTEN spielte die Titelrolle und mit ihrer eigenen Produktionsfirma -Henny Porten Filmproduktion- produzierte sie den Film zusätzlich. Leider war der Film damals ein Misserfolg und Portens Firma musste Konkurs anmelden. Dabei macht das Innenleben des schönen Filmprogramms (Jahrgang 1931) einen
ziemlich opulenten Eindruck und anhand der Bilder merkt man die teure Ausstattung, Kostüme ect. Kenne den Film nicht, würde ihn aber auch gerne mal anschauen. Regie führte CARL FROEHLICH, mit dem Henny Porten öfters Filme zusammen machte.

DAS MÄDCHEN JOHANNA (Deutschland 1935) ist auch ein Historienfilm und handelt von jener -Johanna von Orleans-, die die Franzosen zum Sieg über die Engländer verhalf. Da gab es vorher zur Stummfilmzeit schon Verfilmungen und natürlich so einiges nach dem zweiten Weltkriege. Mich würde diese Tonfilmfassung aus den 1930er Jahren mal interessieren. Auch dieses Filmprogramm (Jahrgang 1935) schaut in drinnen nach einem ziemlich aufwendigen Film aus. Der Film bekam seinerzeit das Prädikat: -Künstlerisch und Staatspolitisch besonders wertvoll- verpasst. Und die Siegermächte verboten ihn später nach dem Krieg. Die Geschichte spielt im 15. Jahrhundert und angeblich soll der Film diese Zeit in Beziehung zur damaligen NS-Ideologie gesetzt haben. So ganz schlau bin ich daraus zwar auch nicht geworden, da ich u.a. den Film nicht kenne. Und ob das stimmt, sei für mich erst mal dahin gestellt. Aus Erfahrung weiß ich auch, das vieles gerade im nach hinein völlig übertrieben und teils sogar haltlos war/ist. Das Programm sieht schön und toll aus und für mich bleibt es ein Historienfilm, den ich trotzdem gerne mal sehen will. Schon allein deshalb, um mir mein ganz eigenes Urteil darüber zu bilden. Die können mir ja viel erzählen :biggrin:

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DIE TOCHTER DES SAMURAI ist eine deutsch/japanische Gemeinschaftsproduktion aus dem Jahre 1937. Der Film soll sehr eindringlich sein, was u.a. das Japan der 1930er Jahre anbelangt. Es geht um den jungen Japaner Teruo, der 8 Jahre in Europa und Deutschland studiert hat und nun nach Japan zurückkehrt. Ihn begleitet das deutsche Mädchen Gerda, mit der er sich angefreundet hat. Sie möchte Japan kennen lernen. Teruos Familie erwartet aber, das er Mitsuko, die Tochter seines Adoptivvaters heiratet. So gerät Teruo in Konflikt mit seinen Angehörigen usw. Auch das Filmprogramm habe ich schon lange und erst seit kurzem musste ich zur Kenntnis nehmen, das der Film doch tatsächlich auf DVD erschien. Der wird somit natürlich auch geschaut. Hier soll mindestens zur Hälfte nur japanisch gesprochen werden, weswegen auch deutsche Untertitel vorhanden sind. Es war, laut Programm die erste Filmproduktion zwischen Deutschland und Japan. Film steht mal wieder auch gar nicht erst im Filmlexikon.

GEFÄHRLICHE FRAUEN, ist diesmal ein Film aus Italien, der im Jahre 1939 entstand. Hier haben wir es mit einem frühen Boxerfilm zu tun. Der junge aufstrebende Boxer Masetto könnte eine glänzende Karriere vor sich haben, wenn, ja wenn er sich nicht mit diversen zwielichtigen Frauen, wie z.B. Eva und Renata einlassen würde. Darunter leidet sein gutes Verhältnis zu seinem Vater Romolo, sein Boxtraining usw. Laut alter Kritik soll es sich hierbei um ein angeblich belangloses Drama handeln. Auf der anderen Seite lobte man den Film wieder, weil er eine exakte authentische Milieuschilderung aufweist. Das glaub ich gern, denn wer italienische Filme kennt, weiß auch um die späteren Filme nach dem Krieg, die den sogenannten Neorealismus geradezu geprägt haaben. Vielleicht ist dies so eine Art Vorläufer davon. Kenne den auch nicht, aber das Programm sieht dazu recht schick aus. Offenbar verwendete man für die Titelfront ein Plakatmotiv oder eine von den Werbematern, die ja auch häufig gezeichent waren. Es macht jedenfalls viel her. Interessant war auch der Verleih, der sich DIFU nannte, was = Deutsch-Italienische Film-Union bedeutete.

GrafKarnstein

am 03.06.2018 um 18:22:39 Uhr[Zitieren]  [Melden]
Antwort von scared-stiff
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Grüß Dich Graf,

Das hört sich alles sehr interessant an und sieht alleine
schon von den Frontseiten der Programme klasse aus.

Nur so vom Eindruck des Programm-Covers und Deinen
Erläuterungen würde ich von den vier Kandidaten
"Luise - Königin von Preussen" favorisieren.
Das hört sich schon stark an und dann noch die angesprochene
Ausstattung. Würde ich gerne sehen.

Ich freue mich auf weitere Archiveinblicke!!!!

30er Jahre Film-Gruß,
scared-stiff


(Ach so, ich lasse so leicht auch keine andere Cleopatra gelten
als .... Du weißt schon! :biggrin:)

am 05.06.2018 um 21:27:04 Uhr[Zitieren]  [Melden]
Antwort von GrafKarnstein
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Servus scared-stiff,
Ich dachte schon, das alle ausgeflogen sind und das Interesse vollends verloren haben :headscratch: . :uhh:
Kam mir schon wieder als Alleinunterhalter vor :uhh: . :wacko: . :wink:

Aber freut mich, das Dir die Programme gefallen und Du einiges an Filmen auch mal sehen möchtest :smile:
Ja,... das Programm zu Luise schaut toll aus und finde ich stark :topsmilie:

 Zitat:
 
 geschrieben von scared-stiff am 05.06.2018 um 21:27:04.
Grüß Dich Graf,

Ich freue mich auf weitere Archiveinblicke!!!!
 

Ich werde dann noch zwei oder vier weitere Programme vorstellen, bevor ich dann zu anderen Programmserien kommen.
Aber der BFK war damals von der Stummfilmzeit bis zum Jahre 1944 doch recht vielseitig. Auch gab es Filmprogramme zu
diversen Dokumentarfilmen. Mal sehen, welche ich mit einbringen werde, denn auch die gehören zur Geschichte der
Filmprogramme :smile:

 Zitat:
 
 geschrieben von scared-stiff am 05.06.2018 um 21:27:04.

(Ach so, ich lasse so leicht auch keine andere Cleopatra gelten als .... Du weißt schon! :biggrin:)
 

Da habe ich vollstes Verständnis dafür, denn es geht mir ja keinesfalls anders :biggrin:
Es kann eben nur eine geben, zumal sie so wieso schwer zu übertreffen sein wird, nahezu unmöglich :topsmilie:
Aber zu Cleopatra habe ich später noch was feines :smile:

 Zitat:
 
 geschrieben von scared-stiff am 05.06.2018 um 21:27:04.
30er Jahre Film-Gruß,
scared-stiff
 

Grüße aus der alten filmnostalgischen und filmhistorischen Vergangenheit :chinaman:

am 06.06.2018 um 18:54:15 Uhr[Zitieren]  [Melden]
Antwort von GrafKarnstein
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Servus

Die nun folgenden vier BFK Filmprogramme könnte man irgendwie unter dem Motto: -Mensch und Natur plus Dokumentationen- einordnen.

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Der Film SEQUOIA ist ein amerikanischer Spielfilm von 1934. In Deutschland lief er erst im Jahr 1936 und das BFK Programm hat dazu eine schöne Titelseite gestaltet, wie man sieht. Ein junges Mädchen mit einem kleinen Puma und einem kleinen Rehkiz. Darum geht es u.a. in dieser Mischung aus Tierfilm und Drama. Die kleine Toni lebt mit ihrem Vater in den Sequoia-Wäldern (Kalifornien). Eines Tages findet sie die beiden besagten Kleintiere und nimmt sie mit nach Hause. Den Puma nennt sie -Gato-, das Rehkiz -Malibu-. Das Mädchen und die Tiere freunden sich gut an. Aber sie müssen später in die Wildnis zurück, die einige Jahre später durch das Abholzen der Bäume und diverse Jagdveranstaltungen in Gefahr ist, auch die Tiere und somit auch Gato und Malibu. Der Film lief anscheinend nur damals und steht mal wieder auch gar nicht erst im Filmlexikon drin.

RÄTSEL DER URWALDHÖLLE ist ein alter deutscher Dokumentarfilm aus dem Jahre 1938.

"Das Filmdokument der deutschen Amazonas-Jary-Expedition von der ersten Süd-Norddurchquerung Brasilianisch-Guayanas auf dem Jary-Fluß".
"17 Monate unter Urwaldmenschen und Dschungeltieren in den Indianerdickichten des Amazonas".

(Zitate aus dem Filmprogramm)

"Die Expedition wurde unter Förderung durch die Reichsregierung, die Auslandsorganisation der NSDAP und die Brasilianische Regierung unter dem Protektorat des Kaiser-Wilhelm-Institutes für Biologie und des Museu Nacional do Rio De Janeiro durchgeführt".
(Soweit ein weiterer Hinweis aus dem Programm)

Dies war trotz allem auch kein sogenannter NS-Propagandafilm, denn längst nicht alle Filme fielen unter diese Kategorie. Solche alten Natur Dokumentationen finde ich interessant, zumal diese deutsche Expedition tatsächlich die erste war, die damals diese Gegend um den Jary-Fluß erforscht hat. Original Aufnahmen der Urwaldindianer, sowie deren Sprache und Gesang sind mit enthalten. Das alte Filmprogramm ist gut gestaltet, auch in drinnen und stellt für mich ein schönes altes Zeitdokument dar. Das ganze wirkt so wieso mal wieder, wie aus völlig anderen Zeiten.

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DEUTSCHES LAND IN AFRIKA ist auch ein alter deutscher Dokumentarfilm aus dem Jahre 1939 und berichtet von den ehemaligen deutschen Kolonialgebieten in Süd-West-Afrika und Ost-Afrika. Das deutsche Reich musste diese nach dem ersten Weltkrieg an die Engländer abtreten, bzw. hatten die sich einfach einverleibt. Das Programm dazu ist graphisch gut gemacht und weiß irgendwie zu gefallen. Diese Doku. wird wiederum für NS-Propaganda gehalten. Was Kolonialgeschichten anbelangt: Da wurde schon damals viel gelogen und heutzutage ebenso viel gelogen. Kein Land, weder die Engländer, noch Frankreich, Portugal, die Niederlande, Belgien usw. waren besser. Aber darauf will ich nicht weiter eingehen.

DIE GEIERWALLY ist ein alter deutscher Heimatfilm aus dem Jahre 1940 von starker atmosphärischer rauher wilder Natur. Mit Heidemarie Hatheyer glänzend besetzt. Sämtliche spätere Verfilmungen können diesem nicht das Wasser reichen. Wally, die Tochter des Fenderbauern weigert sich hartnäckig den von ihr ungeliebten Vinzenz zu heiraten, den ihr der Vater aufzwingen will. Sie liebt einen anderen, den Josef, auch Bären-Josef genannt, weil der im Alleingang einen Bären im Kampf besiegte. Es kommt u.a. zu einem Gewalt-Eklat mit ihrem Vater und Wally verlässt den Hof und zieht sich in die Einsamkeit der Tiroler Berge zurück. Hoch oben fristet sie fortan ihr Dasein in einer Holzhütte. Ihr einziger Freund und Weggefährte ist ein Geier, den sie aufzog und mit ihr zusammen lebt. Fortan wird sie deswegen von den anderen nur noch Geierwally genannt. Hartherzig, kampfstark, aber auch liebend läßt sie sich nichts gefallen. Das Titelbild des BFK Programms, das die Geierwally eher mürrisch zeigt, läßt auch keine Zweifel an dieser kampfstarken Frau aufkommen. Ein wüster wilder schwarzweißer dramatischer Heimatfilm, der es insich hat und zum Glück auf DVD erschien. Bei einer Bluray, sofern machbar, wäre ich sofort dabei.

GrafKarnstein

am 13.06.2018 um 16:36:28 Uhr[Zitieren]  [Melden]
> Filmforum > > DIE FILMPROGRAMME - Eine kleine Dokumentation (5. und letzter Teil der BFK Programme) 
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